LIFE EUROKITE Projekt (LIFE18 NAT/AT/000048)

Die Kernidee besteht darin, mithilfe von Telemetriedaten die Lebensraumnutzung der Zielarten zu ermitteln und die Hauptgründe für die Sterblichkeit von Greifvogelarten in der EU zu quantifizieren. Es sollen Maßnahmen zur Bekämpfung der wichtigsten vom Menschen verursachten Todesursachen ergriffen werden, wie zum Beispiel illegale Verfolgung, insbesondere durch Vergiftung, Kollisionen mit Straßen- und Schienenverkehr, Windparks sowie Stromleitungen und Strommasten. Es wird daher zur Umsetzung einer Reihe wichtiger politischer Ziele der EU beitragen:


Dieses Projekt wird die Umsetzung des EU-Artenaktionsplans für die Zielarten deutlich vorantreiben. Der Rotmilan hat eine besondere Priorität im EU-Artenschutz, da 95% der weltweiten Brutpopulation in der EU leben. Das Projekt wird zur Umsetzung verschiedener nationalen und EU-weiten Aktionspläne zur Bekämpfung des illegalen Tötens von Vögeln beitragen und damit die Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie sowie der Umweltkriminalitätsrichtlinie fördern. Es wird dazu beitragen, eine umweltverträgliche Umsetzung der EU-Klima- und Energieziele sicherzustellen, da es Informationen und Empfehlungen für die Entwicklung der Infrastruktur für erneuerbare Energien liefert und die negativen Auswirkungen der bestehenden Übertragungs- und Verkehrsinfrastruktur abschwächt.

Von 2020 bis 2024 sollen 615 Rotmilane und 80 andere Greifvögel (Seeadler, Kaiseradler, Schwarzmilan, Sakerfalke) in 40 Projektgebieten in 12 Ländern mit GPS-Trackern ausgestattet werden, wodurch ihre Aktivitäten dauerhaft nachvollzogen werden können. Etwa 250 bereits besenderte Schweizer Vögel und 150 Vögel aus privaten Projekten werden ebenfalls in das Projekt mit einbezogen. Im Sterbefall wird der Vogel von Teammitgliedern der lokalen / regionalen Partner gesucht und die Todesursache wird nach Befolgung eines Mortalitätsprotokolls ermittelt. Während der Projektlaufzeit sollen Opfer in insgesamt wir 26 Ländern so protokolliert werden. Auf diese Weise kann das Projekt ein genaues Verständnis der verschiedenen Todesursachen für Rotmilane und andere Greifvögel entlang ihrer Flugbahnen erhalten (z. B. Brut von Rotmilanen im mitteleuropäischen Winter in Spanien und Südfrankreich). Ein großer Vorteil dieser Methode ist, dass die GPS-Verfolgung von Vögeln und der Post-Mortem-Analyse, „in Echtzeit“ funktioniert und sofortiges Handeln ermöglicht. Mit diesem Projekt kann eine repräsentative Stichprobe aller Todesursachen in einem großen geografischen Gebiet unabhängig ermittelt werden, und eine bessere Übersicht der Hotspots von illegalen als auch nicht kriminellen Todesfällen wird erlangt. Des Weiteren können Zusammenhänge zwischen der Sterblichkeit und bestimmten Altersklassen von Vögeln ermittelt werden (zum Beispiel sind Jungvögel mehr oder weniger betroffen).


Basierend auf diesen Ergebnissen werden Maßnahmen zur Bekämpfung der anthropogenen Mortalität umgesetzt. Mit Unterstützung von vorhandenen Strukturen und Organisationen sollen Gegenmaßnahmen umgesetzt werden. Das Spektrum der Maßnahmen reicht von Informationskampagnen über die Initialisierung von Strafverfolgungsmaßnahmen und Klagen (z. B. gegen Giftmischer) bis hin zu freiwilligen technischen Maßnahmen (z. B. von Stromleitungsanbietern) und politischen / rechtlichen Bemühungen (z. B. Anpassung von GAP-Systemen) und Sensibilisierungsmaßnahmen.

Hauptprojektziele:

  • Deutliche Verringerung der Auswirkungen von Vergiftungen (Verringerung der Vergiftungsrate um 5% auf EU-Ebene)
  • Identifizierung und Lösung problematischer Fälle in Bezug auf Stromschlag / Kollision
  • Reduzierung anderer anthropogener Todesursachen
  • Identifizierung der Faktoren des Populationsrückgangs in Spanien